80 Jahre BBK Frankfurt – Kunst in Vielfalt und im Dialog

1946–2026 · Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Bildenden Kunst

1946 wurde der Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Frankfurt e. V. (BBK Frankfurt) in einer Zeit des Wiederaufbaus und der existenziellen Not gegründet. Ziel war es, die Interessen der Künstlerinnen und Künstler zu vertreten, ihre beruflichen Bedingungen zu verbessern und der freien Kunst einen festen Platz in Gesellschaft und Stadtleben zu sichern. 2026 blicken wir auf 80 Jahre Engagement für die Bildende Kunst in Frankfurt zurück.

Von den Anfängen bis heute


Der Maler Wilhelm Kesting gehörte zu den Initiatoren des Verbandes. Viele Kunstschaffende waren während der NS-Zeit verfolgt, mit Ausstellungsverboten belegt oder in ihrer Arbeit massiv eingeschränkt worden. Nach dem Krieg ging es darum, neue künstlerische Freiräume zu schaffen und die Position der Kunst in der demokratischen Gesellschaft zu stärken.
Schon in den ersten Jahren organisierte der Verband Ausstellungen, die zuvor ausgegrenzten Künstlerinnen und Künstlern eine Öffentlichkeit gaben. 1947 fand eine der ersten freien Kunstausstellungen in Frankfurt und Hessen statt. 1948 folgte mit „Die Frau als Bildnerin“ eine Ausstellung, die Künstlerinnen und ihre Arbeit sichtbar machte.
Im Laufe der Jahrzehnte prägten Ausstellungen, künstlerische Experimente und kulturpolitische Debatten die Arbeit des BBK und seiner Vorgängerverbände. Die Geschichte war dabei nicht frei von Konflikten – um künstlerische Freiheit, Ausstellungsbedingungen, öffentliche Förderung und die gesellschaftliche Anerkennung der Kunst. Diese Auseinandersetzungen gehören bis heute zum Selbstverständnis eines unabhängigen Berufsverbandes.
Nach verschiedenen Zusammenschlüssen und Trennungen entstand 1995 der heutige Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Frankfurt e. V. mit neuer Satzung. Seitdem setzt sich der BBK für die Interessen der professionell arbeitenden Kunstschaffenden ein und gestaltet das kulturelle Leben Frankfurts aktiv mit.

80 Jahre – vielfältig, international und generationenübergreifend


Heute ist der BBK Frankfurt ein lebendiger Zusammenschluss von rund 320 Künstlerinnen und Künstlern. Unsere Mitglieder kommen aus unterschiedlichen Ländern und kulturellen Zusammenhängen, gehören verschiedenen Generationen an und vertreten ein breites Spektrum künstlerischer Positionen und Ausdrucksformen. Diese Vielfalt ist eine unserer größten Stärken. Unterschiedliche Erfahrungen, Perspektiven und Arbeitsweisen begegnen sich im Verband und eröffnen neue Sichtweisen auf Kunst und Gesellschaft. Besonders der Austausch zwischen jüngeren und langjährig tätigen Mitgliedern bringt neue Impulse und hält den BBK in Bewegung.

Unsere Räume in der Hanauer Landstraße 89 im Frankfurter Ostend sind Ausstellungsort, Treffpunkt und Plattform für künstlerischen Dialog. Hier organisieren unsere Mitglieder Ausstellungen in Selbstverwaltung, setzen sich mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Fragen auseinander und machen zeitgenössische Kunst für ein breites Publikum zugänglich. Ergänzt wird das Programm durch Aktionen und Kurse.
Auch beim World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 (WDC 2026) war der BBK Frankfurt eingebunden und brachte sich damit in den regionalen Austausch über Gestaltung, Kultur und die Zukunft des Zusammenlebens ein.

Kunst braucht Öffentlichkeit und starke Interessenvertretung


Seit seiner Gründung engagiert sich der BBK für bessere Arbeitsbedingungen, soziale Absicherung und die Freiheit der Kunst. Zu den wichtigen Entwicklungen gehören der Einsatz für eine stärkere kulturpolitische Mitbestimmung und die Einführung der Künstlersozialversicherung 1983.
Auch heute bleibt es eine zentrale Aufgabe, die Arbeits- und Lebensbedingungen professioneller Künstlerinnen und Künstler zu verbessern und der Bildenden Kunst in einer sich wandelnden Gesellschaft Gehör zu verschaffen. Der BBK versteht sich dabei als Interessenvertretung ebenso wie als Ort der Begegnung, des Austauschs und der gemeinsamen Gestaltung.
Zu unseren regelmäßigen Aktivitäten gehören Ausstellungen in der eigenen Galerie, die Teilnahme am Museumsuferfest sowie der traditionelle Künstlerweihnachtsmarkt in der Paulskirche und den Römerhallen. Diese Veranstaltungen geben Einblicke in das vielfältige künstlerische Schaffen Frankfurts und bringen Kunst und Publikum zusammen.

Gemeinsam in die Zukunft


Was den BBK Frankfurt seit 80 Jahren auszeichnet, ist nicht allein seine Geschichte, sondern vor allem die Gemeinschaft seiner Mitglieder. Der kollegiale Austausch, die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen, unterschiedliche künstlerische Positionen kennenzulernen und gesellschaftliche Fragen gemeinsam zu verhandeln, machen den Verband zu einem wichtigen Bestandteil der Frankfurter Kunstlandschaft.
80 Jahre BBK Frankfurt bedeuten 80 Jahre Einsatz für die Kunst, für künstlerische Freiheit und für die Sichtbarkeit der Menschen, die Kunst schaffen. Mit unserer internationalen, vielfältigen und generationenübergreifenden Mitgliedschaft führen wir diese Arbeit fort – offen für neue Perspektiven, im Dialog mit der Stadt und mit Blick auf die Zukunft.

Wir laden Sie herzlich ein, unsere Ausstellungen und Veranstaltungen zu besuchen und die Vielfalt der Bildenden Kunst in Frankfurt immer wieder neu zu entdecken.